Kunst erhitzt bekanntlich die Gemüter. Was für die einen Ausdruck höchster Kreativität und Ästhetik ist, ruft bei anderen Gleichgültigkeit oder gar Verärgerung hervor. Obwohl Graffitis als Street Art mittlerweile ihren Weg in die "offizielle" Kunst gefunden und manchen Künstler schon zum Gutverdiener haben werden lassen, sehen viele in den bunten Bildern und Tags nichts anderes als Vandalismus und die Zerstörung des Stadtbildes.
Wo aber zieht sich hier die Grenze? Diese Frage finde ich extrem
spannend, denn für mich wiederum ergibt sich der einzigartige Charme
einer Stadt aus einem kontrastreichen Mix aus Moderne und Klassik (wobei
mir die die Schwierigkeit dieser Begriffsdefinitionen bewusst ist.
Gemeint sei hier einmal pauschal zusammengefasst die "neuere" Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts und die "ältere" Kunst von
der mittelalterlichen Ikonenmalerei bis zur "klassischen" Klassik des
19. Jahrhunderts. Das diese Einteilung fast schon fahrlässig grob ist, sollte klar sein :-)).
Das heißt wiederum nicht, dass ich jede Schmiererei
gut finde - über liebloses Edding-Gekritzel an liebevoll sanierten
Privathäusern ärgere ich mich regelmäßig. Den über und über
beschriebenen alten Brunnen in Neapel (siehe erstes Foto) finde ich wiederum ein
faszinierendes Gemeinschaftsprojekt vieler einzelner Künstler, von denen
sich die meisten sicherlich nicht einmal als solcher bezeichnen würden.
Stilbrüche, Zufälligkeiten, aufwendige Arrangements - ich kann mich für vieles begeistern und bin in jeder neuen Stadt immer auf der Suche nach ihren Eigenheiten, ihrer Persönlichkeit. Mit den gezeigten Bilder habe ich versucht, die erfrischenden Widersprüche Neapels einzufangen und viellleicht den ein oder anderen Anreiz geschaffen, auch die eigene Stadt einmal wieder mit neuen Augen, aus anderen Perspektiven wahrzunehmen und kennenzulernen. Der Vorsatz kam zumindest mir in Bezug auf Hamburg; mal sehen, was sich daraus machen lässt!
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Montag, 20. August 2012
Sonntag, 24. Juni 2012
grazie mille
Liebes Berlin, danke dir für ein fabelhaftes Wochenende! Wir haben köstlich&günstig gespeist (vom Burger bis zur Pizza, für Freunde des Fleisches und die Fleischlosen, es war alles dabei), getrunken (Berliner Pils sogar aufs Haus, danke auch noch mal an unseren Hostel-Rezeptionist-Barkeeper-Cityguide) und genächtigt (Hotel 103 im Prenzlauer Berg. Zentral, sauber und super-freundlich!). Wir haben geshoppt in großen Läden, in kleinen Boutiquen, auf dem Mauerpark-Flohmarkt und unsere Ausbeute war riesig. Wir haben nette Menschen aus allen Ecken der Welt kennengelernt und sogar waschechte Berliner. Wir haben uns den ekelhaftesten Caipi auf dem alternativen linken Christopher Street Day andrehen lassen und voller Begeisterung die Berliner Spatzen dabei beobachtet, wie sie uns das Essen frech vom Teller klauen. Kurzum: wir waren Berliner Touris und haben es von ganzem Herzen genossen :) Bis zum nächsten Mal!
Big in Berlin
Berlin hat sich netterweise von seiner schönsten Seite
gezeigt: viel Sonne, wenig Wolken, schnoddrig-sympathische Berliner und Sale in
den Boutiquen unserer Wahl. Tatsächlich ging es in erster Linie um ein Upgrade
des männlichen Kleiderschrankes, aber auch ich bin –Überraschung- fündig
geworden. Die Ausbeute könnte ich eigentlich auch mal fotografieren, ist
nämlich ein besonders nettes Shirt dabei, das gut und gerne zu einem Liebling
werden könnte. Whatever! Das wird später abgelichtet. Stattdessen gibt es ein obligatorisches Fernsehturm-Bild
(scheinbar habe ich einen Hang zu Fernsehtürmen, gerade eben war ja erst der
Hamburger dran), Fotos von der East Side Gallery (sehr empfehlenswert!) und
Fotos von einem der seltsamsten Hunde seit langem. Ich bin ja mittlerweile
einiges gewohnt, was kleine Hundezüchtungen anbelangt. Entweder sind sie fett
und rollig (siehe Mops) oder dürr und zittrig (siehe Chihuaha). Dieser hier
aber war dunkelgrau, nackt und nur an Kopf und Schwanz fransig-weiß. Irgendwie
merkwürdig, aber irgendwie doch sympathisch, wie er sich da über seinen Ball
freut...
PS: Berlin wurde dieses Mal per Rad erkundet. Absolut empfehlenswert,
zumal die Fahrradverleiher wie Pilze aus dem Boden schießen. 10 Euro pro Tag
und Person und der Zustand der meisten Räder toppt sogar den meines eigenen
Fahrrads. Also: Tritt in die Pedale, schon die Umwelt und tu dir selbst was
Gutes (aber Vorsicht und Augen auf im Großstadtverkehr!).
Dienstag, 19. Juni 2012
street_art napoli no.2
Numero due: Ich habe so unglaublich viele Fotos gemacht in Neapel, ich könnte endlos viele Posts damit füllen. Deshalb für hier und heute noch mal einige Outputs der napolitanischen street-creatives, in der Hoffnung, dass sie gefallen mögen :)
street_art napoli
Um Neapels Ruf ist es gemeinhin nicht zum Allerbesten bestellt. Laut, dreckig, voll von Müll und Mafiosi... Sicherlich, in absehbarer Zukunft wird bella Napoli nicht zu Europas Umwelthauptstadt ernannt werden (das dieses Label ohnehin etwas fragwürdig ist, zeigt sich im Hinblick auf die Umweltpolitik Hamburgs, die sich aktuell mit diesem Titel schmücken darf)...aaaaber: nichtsdestotrotz beziehungsweise gerade deshalb hat Neapel einen ganz eigenen Charme, der so mancher sauber gefegten Metropole verloren geht. Besonders schön sind die zahlreichen Straßenkunstwerke, die sich in all den schmalen und verwinkelten Gassen finden lassen - mal klein und versteckt, mal ganze Häuserwände erobernd, in schwarz, in bunt, gemalt, gesprayt, getagged... Hier schon mal ein kleiner Vorgeschmack, weitere Fotos folgen baldigst!
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